Fest und saftig
Merkmale
Ästhetik
Gartenarbeit
Standort
Süßkirsche Regina
Charakter und Besonderheiten der Sorte Regina
Als Gartenberater bei Willemse empfehle ich die Süßkirsche Regina vor allem Gärtnern, die großen Wert auf zuverlässige Erträge und eine späte Ernte legen. Diese Sorte zählt zu den spät reifenden Süßkirschen. Das bedeutet: Die Früchte sind meist dann pflückreif, wenn viele frühere Sorten schon abgeerntet sind. Das verlängert die Naschzeit im Garten deutlich und verteilt die Arbeit beim Ernten über einen längeren Zeitraum.
Die Kirschen von Regina sind in der Regel mittelgroß bis groß, mit dunkler roter bis fast schwarzroter Schale. Das Fruchtfleisch ist fest, saftig und für eine Tafelkirsche angenehm süß mit leichter Säure. Aus Kundensicht ist vor allem die Kombination aus knackiger Konsistenz und stabilem Fruchtfleisch wichtig: Die Früchte platzen bei normaler Witterung vergleichsweise selten und lassen sich gut frisch verzehren oder kurzzeitig lagern. Für Kuchen, Kompott oder zum Einfrieren eignet sich die Sorte ebenfalls, auch wenn ihr Hauptvorteil im Frischverzehr liegt.
Regina gehört zu den Süßkirschen mit eher hoher Ertragssicherheit, sofern Standort und Pflege stimmen. Sie blüht meist mittelspät bis spät. Das reduziert das Risiko, dass Spätfröste die Blüte schädigen, im Vergleich zu sehr früh blühenden Sorten. Ein entscheidender Punkt bei der Auswahl: Regina ist in der Regel nicht selbstfruchtbar. Sie benötigt geeignete Befruchtersorten in der Nähe, damit Sie einen vollen Behang an Früchten erzielen. Wenn Sie bislang noch keinen anderen Süßkirschbaum besitzen, sollten Sie die Anschaffung einer passenden Partnersorte direkt mit einplanen. Gerne weisen wir bei Willemse im Beratungsgespräch auf kompatible Sorten hin, da diese je nach Region und Verfügbarkeit variieren können.
Im Unterschied zu vielen älteren Sorten ist Regina für Hobbygärtner interessant, weil sie sich gut in moderne Gärten integrieren lässt. Sie kombiniert einen noch gut beherrschbaren Wuchs mit hochwertigen Tafelqualitäten. Dadurch ist sie sowohl für den klassischen Obstgarten als auch für größere Hausgärten geeignet, in denen ein einzelner Baum einen klaren Schwerpunkt bilden soll.
Wuchsform, Größe und Entwicklung im Jahresverlauf
Die Süßkirsche Regina entwickelt eine mittelstark bis stark wachsende Krone. In den ersten Jahren wächst der Baum zügig in die Höhe und bildet einen durchgehenden Mitteltrieb mit seitlichen Leitästen. Ohne Obstbauschnitt kann der Baum eine Höhe von etwa 4 bis 6 Metern erreichen, in Einzelfällen auch etwas mehr. Die Breite liegt dann meist im Bereich von 3 bis 4 Metern, abhängig davon, wie früh und wie konsequent Sie eingreifen. Auf schwächer wachsenden Unterlagen bleibt die Endgröße darunter, was für kleinere Gärten interessant sein kann.
Im Frühjahr zeigt der Baum eine weiße Blüte, meist in dichten Dolden entlang der einjährigen und mehrjährigen Triebe. Optisch fällt die Blüte dekorativ auf, steht jedoch klar im Dienst der Fruchtbildung. Die Blüten erscheinen in der Regel nach vielen sehr frühen Sorten, wodurch das Risiko von Frostschäden etwas verringert wird, aber nie vollständig ausgeschlossen ist. Nach der Blüte setzt ein kräftiger Neuaustrieb ein, der die Krone jedes Jahr weiter verdichtet.
Das Laub ist für Süßkirschen typisch: mittelgroße, elliptische, frischgrüne Blätter, die im Sommer eine geschlossene Krone bilden. Ab dem Spätsommer kann sich je nach Witterung langsam eine gelbliche bis rötliche Herbstfärbung einstellen. Im Winter steht der Baum laublos, die Kronenstruktur ist dann sehr gut sichtbar. Das ist der beste Zeitpunkt, um den Aufbau- und Erhaltungsschnitt zu planen.
In den ersten drei Standjahren konzentriert sich Regina auf Wurzel- und Kronenaufbau. Erträge sind hier meist noch gering. Ab etwa dem vierten bis fünften Jahr setzt eine deutlichere Fruchtbildung ein. Unter guten Bedingungen entwickelt sich daraus ein regelmäßiger Ertrag, der sich über viele Jahre halten lässt. Wichtig ist, die Krone nicht unkontrolliert auswachsen zu lassen. Mit maßvollem Schnitt steuern Sie Höhe, Breite und Lichtverhältnisse in der Krone und erhalten so eine gute Obstqualität.
Standort, Boden und Pflanzung für nachhaltigen Erfolg
Regina reagiert, wie die meisten Süßkirschen, sehr deutlich auf die Standortwahl. Am besten geeignet ist ein vollsonniger Platz. Mindestens sechs bis sieben Sonnenstunden pro Tag sollten erreichbar sein. Je mehr Sonne, desto besser entwickeln sich Zuckergehalt und Aroma der Früchte. Ein windoffener, aber nicht zugiger Standort ist von Vorteil. In Senken, in denen sich kalte Luft sammelt und Spätfröste länger anhalten, ist Vorsicht geboten. Hier lohnt sich ein leicht erhöhter Pflanzplatz oder der Schutz der Blüte durch Vlies in kritischen Nächten.
Der Boden sollte tiefgründig, locker und gut durchlässig sein. Staunässe ist für Regina ebenso problematisch wie ausgeprägte Trockenheit. Ein mittelschwerer, humoser Gartenboden, der Wasser gut speichert, aber nicht vernässt, bietet die besten Voraussetzungen. Sehr sandige Böden sollten Sie vor der Pflanzung mit reichlich reifem Kompost oder gut verrottetem organischen Material verbessern. Auf sehr schweren, tonigen Böden empfiehlt sich eine gründliche Bodenlockerung und, wenn möglich, das Einbringen von grobem Sand oder strukturstabilem Substrat, um die Durchlüftung der Wurzelzone zu verbessern.
Die ideale Pflanzzeit liegt im Herbst, wenn der Boden noch warm ist, aber die Verdunstung bereits abnimmt. So kann die Süßkirsche vor dem Winter erste Feinwurzeln bilden. Auch eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr ist möglich, dann müssen Sie im ersten Jahr besonders auf regelmäßige Wasserversorgung achten. Achten Sie beim Setzen des Baums darauf, die Veredelungsstelle oberhalb der Bodenoberfläche zu belassen. Ein Pfahl als Stütze hilft, junge Bäume in den ersten Jahren sicher zu verankern, besonders in windoffenen Lagen.
Unmittelbar nach der Pflanzung ist ein kräftiger Gießrand sinnvoll. Wässern Sie langsam und durchdringend, damit der Boden sich gut an die Wurzeln anschmiegt. In den ersten zwei bis drei Standjahren gilt: lieber seltener, aber durchdringend gießen, statt häufig kleine Mengen zu geben. So regen Sie den Baum an, tief zu wurzeln, was ihn später widerstandsfähiger gegen Trockenperioden macht.
Pflege, Wasserbedarf, Schnitt und Winterhärte
In Mitteleuropa zeigt sich Regina im Allgemeinen gut winterhart. Ein ausgewachsener Baum übersteht normale Winter ohne besondere Schutzmaßnahmen. Junge Bäume sind etwas empfindlicher. In den ersten zwei Wintern empfehle ich einen Stamm- und Wurzelscheibenschutz. Eine Schicht Mulch um den Wurzelbereich hilft, starke Temperaturunterschiede auszugleichen. Ein atmungsaktiver Stammschutz oder ein Weißanstrich beugt Frostrissen vor, insbesondere an sonnigen Wintertagen mit anschließenden Nachtfrösten.
Die Sorte verträgt sommerliche Trockenphasen besser, wenn sie von Beginn an tief wurzeln konnte. Dennoch ist sie keine ausgesprochene Trockenspezialistin. Längere Perioden ohne Regen, kombiniert mit hohen Temperaturen, können zu kleineren Früchten und vorzeitigem Blattfall führen. In solchen Phasen sollten Sie ausgiebig wässern, vor allem während der Fruchtentwicklung. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte erzielt die beste Fruchtqualität. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie die Wurzeln schädigen und die Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen kann.
Beim Schnitt ist Regina vergleichsweise gut führbar. Ein klarer Aufbau mit einem Mitteltrieb und drei bis vier gleichmäßig verteilten Leitästen schafft eine stabile Grundstruktur. In den ersten Jahren konzentrieren Sie sich auf diesen Erziehungs- und Aufbauschnitt. Später geht es vor allem darum, die Krone auszulichten, überhängende oder nach innen wachsende Triebe zu entfernen und die Höhe begrenzt zu halten. Ein moderater Rückschnitt nach der Ernte hat sich bewährt, weil der Baum dann gut verheilt und im Folgejahr zuverlässig trägt. Starkes Einkürzen dicker Äste ohne Konzept sollten Sie vermeiden, da dies zu starkem Neuaustrieb führen kann.
Zur Düngung genügt in den meisten Gärten eine zurückhaltende Vorgehensweise. Einmal jährlich, vorzugsweise im zeitigen Frühjahr, kann eine Gabe aus reifem Kompost rund um die Baumscheibe ausgebracht und leicht eingearbeitet werden. Auf übermäßige Stickstoffgaben sollten Sie verzichten. Diese führen zu starkem Triebwachstum, aber nicht automatisch zu besserer Fruchtqualität, und können den Baum empfindlicher für Schädlinge und Pilzkrankheiten machen.
Regina gilt im Allgemeinen als robuste Süßkirsche, dennoch bleiben typische Risiken bestehen. Monilia-Spitzendürre, Kirschfruchtfliegen und Blattläuse können auftreten, je nach Region und Witterung. Eine luftige Krone, gute Hygiene im Garten (abgefallene Früchte und krankes Holz entfernen) und ein ausgewogenes Nährstoffangebot sind die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Wenn Sie erste Symptome beobachten, ist ein frühes, gezieltes Eingreifen meist deutlich wirksamer als spätere Notmaßnahmen.
Ernte, Verwendung und Kombination mit anderen Pflanzen
Die Erntezeit von Regina liegt in der Regel spät im Süßkirschjahr, je nach Region etwa zwischen Ende Juni und Juli. Die Früchte sollten Sie pflücken, wenn sie voll ausgefärbt, fest und gut lösbar sind. Warten Sie nicht zu lange, sonst locken sie Vögel besonders stark an. Ein Baumnetz kann dort sinnvoll sein, wo wiederholt große Teile der Ernte verloren gehen. Achten Sie darauf, bei trockener Witterung zu ernten, da nasse Früchte empfindlicher gegenüber Druck und Lagerung sind.
Frisch geerntet halten sich die Kirschen im Kühlschrank einige Tage, ohne nennenswert an Qualität zu verlieren. Für die direkte Küche eignen sie sich für Obstsalate, Desserts, Kuchenbelag oder zum Einfrieren. Beim Einmachen behalten sie eine gute Konsistenz, sofern Sie die Früchte nicht übergaren. Wer gerne einkocht, kann sich langsam an die optimale Garzeit herantasten, da diese auch von der konkreten Reife und Fruchtgröße abhängt.
Im Garten lässt sich Regina gut mit anderen Obstgehölzen kombinieren. Sinnvoll ist die Nähe zu passenden Befruchtersorten, etwa anderen Süßkirschen mit ähnlicher Blütezeit. Auch eine Unterpflanzung mit niedrig wachsenden Stauden, Kräutern oder bodendeckenden Gehölzen ist möglich, solange diese die Wurzelscheibe nicht vollständig beschatten und dem Baum nicht zu viel Wasser entziehen. Flache Wurzler mit lockerer Struktur wie Erdbeeren oder einige Kräuterarten können den Boden sogar vor Austrocknung schützen.
Für den Anbau im Kübel ist Regina nur eingeschränkt geeignet. Ein ausgewachsener Baum benötigt mehr Wurzelraum, als große Pflanzgefäße dauerhaft bieten können. Wenn Sie vorübergehend einen jungen Baum im Kübel halten möchten, sollten Sie von Anfang an ein sehr großes Gefäß, hochwertige, strukturstabile Erde und eine konsequente Bewässerungs- und Düngepraxis einplanen. Langfristig empfehle ich jedoch einen Platz im Freiland, um das volle Potenzial der Sorte nutzen zu können.
Als Strukturgehölz im Garten setzt eine ausgewachsene Süßkirsche einen deutlichen Akzent. Sie passt gut in naturnah gestaltete Obstwiesen, aber auch an den Rand größerer Rasenflächen oder als Solitärbaum in der Nähe der Terrasse, vorausgesetzt, der spätere Kronendurchmesser wird bei der Planung berücksichtigt. Wenn Sie mehrere Obstgehölze kombinieren möchten, achten Sie auf ausreichend Abstand: Regina braucht im Endstadium Platz, um sich frei zu entwickeln und genügend Licht in alle Kronenbereiche zu bekommen. So sichern Sie sich jahrelang eine stabile Ernte und einen gesunden, tragfähigen Baum.
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