Süß und saftig
Merkmale
Ästhetik
Gartenarbeit
Standort
KIWI - Chinesischer Strahlengriffel Herma
Wuchsform, Besonderheiten und Nutzen im Garten
Als Gartenberater bei Willemse empfehle ich den Chinesischen Strahlengriffel ‘Herma' besonders Gärtnerinnen und Gärtnern, die eine robuste, dekorative Kletterpflanze mit Nutzwert suchen. Diese Kiwi-Sorte zählt zu den Schlinggehölzen und eignet sich sehr gut, um hohe, vertikale Strukturen im Garten zu begrünen. Sie windet sich von selbst um Rankhilfen und wächst zügig zu einer dichten Laubwand heran. Damit lässt sich ein Sitzplatz beschatten, ein unschöner Zaun kaschieren oder eine Hauswand optisch auflockern, sofern eine passende Kletterhilfe vorhanden ist.
Der Wuchs ist kräftig, aber gut steuerbar. Im ausgewachsenen Zustand erreicht der Strahlengriffel ‘Herma' je nach Standort und Pflege in der Regel etwa 3 bis 4 Meter Höhe. In sehr günstigen Lagen und bei konsequenter Rankführung sind auch etwas höhere Ausmaße möglich. Die Wuchsbreite hängt stark davon ab, wie Sie die Triebe leiten. Entlang eines Spaliers kann die Pflanze mehrere Meter breit gezogen werden, an einem einzelnen Pfosten bleibt sie vergleichsweise schlank. Hier haben Sie also viel Gestaltungsspielraum.
Der besondere Nutzen dieser Kiwi liegt in der Kombination aus Zierwert und Fruchtansatz. ‘Herma' ist nach gängigen Beschreibungen eine selbstfruchtbare Form, das heißt, sie kann in vielen Situationen auch ohne zweiten Befruchter Früchte ansetzen. Dennoch ist der Ertrag meist zuverlässiger, wenn im Umfeld weitere geeignete Kiwi-Pflanzen stehen. Die kleinen, glattschaligen Früchte eignen sich zum Frischverzehr und für einfache Küchenanwendungen wie Obstsalate oder Desserts. Sie sollten jedoch mit realistischen Erwartungen an Größe und Menge herangehen, da beides stark von Klima, Pflege und Standort abhängt.
Im Vergleich zu klassischen, großfrüchtigen Sorten ist ‘Herma' meist etwas weniger anspruchsvoll und deutlich zierlicher im Fruchtformat. Das macht sie besonders interessant für alle, die eher eine vielseitige Kletterpflanze wollen, bei der die Frucht ein zusätzlicher Bonus ist. Wer hingegen vorrangig hohe Fruchterträge erwartet, sollte ergänzend eine für die Region bewährte Kiwi-Sorte (Actinidia) einplanen und beide miteinander kombinieren.
Blätter, Blüten und Entwicklung im Jahresverlauf
Der Chinesische Strahlengriffel ‘Herma' ist sommergrün. Das heißt, er treibt im Frühjahr frisch aus und wirft sein Laub im Herbst ab. Die Blätter sind je nach Alter der Pflanze mittelgroß bis groß, meist oval bis leicht herzförmig und sitzen dicht an den Trieben. Durch den geschlossenen Blättervorhang wirkt die Pflanze im Sommer wie eine natürliche grüne Wand. Diese Eigenschaft macht sie besonders wertvoll zur Beschattung von Pergolen oder zur Begrünung von Spalieren an warmen Hauswänden.
Im Frühjahr, je nach Region etwa von Mai bis Juni, erscheinen die Blüten. Sie sind eher unauffällig als Blütenschmuck, dennoch wichtig für die Fruchtbildung und für Insekten. Die genaue Blütenfarbe kann je nach Standort leicht variieren, bewegt sich aber im typischen Spektrum der Kiwi-Blüten. Da ‘Herma' als selbstfruchtbar gilt, finden sich sowohl männliche als auch weibliche Blüten an derselben Pflanze. Trotzdem kann der Fruchtansatz von Jahr zu Jahr schwanken, etwa durch Spätfröste während der Blütezeit oder ungünstige Witterung.
Die Früchte reifen in der Regel ab Spätsommer bis Herbst aus. In kühleren Regionen kann sich die Reife verzögern. Reife Früchte sind leicht weich, lassen sich ohne großen Kraftaufwand abnehmen und haben ein aromatisches, für Kiwi typisches Fruchtfleisch. Die Schale bleibt meist dünn, sodass sie bei vielen Gärtnern mitgegessen wird. Im Jahresverlauf zeigt die Pflanze eine deutliche Rhythmik: kräftiger Austrieb im Frühjahr, intensives Wachstum bis zum Hochsommer, danach Schwerpunkt auf Fruchtentwicklung und Ausreifung der Triebe, bevor im Herbst das Laub nach und nach vergilbt und abfällt.
Dieser deutliche Jahreszyklus ist wichtig, um Pflegearbeiten zu planen. Stärkere Schnittmaßnahmen gehören vorzugsweise in die laubfreie Zeit, während man im Sommer eher formgebend eingreift. Wer die Pflanze regelmäßig beobachtet, bekommt schnell ein Gefühl dafür, wann neue Ranken geleitet oder gekürzt werden sollten, damit das Laubdach gleichmäßig dicht bleibt, ohne zu wuchern.
Standortwahl, Bodenansprüche und Pflanzung
Für eine erfolgreiche Kultur von ‘Herma' ist der passende Standort entscheidend. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. In Lagen mit sehr heißem, trockenem Sommerklima kann ein leicht absonniger, windgeschützter Standort sinnvoll sein, damit Blätter und Früchte nicht zu stark austrocknen. Optimal ist eine geschützte Ost- oder Westseite eines Gebäudes oder ein frei stehendes Spalier, das dennoch etwas Windschutz durch Hecken oder Gebäudestrukturen erhält.
Beim Boden zeigt sich der Chinesische Strahlengriffel relativ anpassungsfähig, solange der Untergrund durchlässig, humos und gleichmäßig frisch ist. Schwere, staunasse Böden sind problematisch, weil sie Wurzelfäulnis begünstigen können. In solchen Fällen empfehle ich, den Boden vor der Pflanzung gründlich mit grobem Sand, Kompost oder gut verrottetem Rindenhumus zu verbessern und für eine Drainageschicht im Pflanzloch zu sorgen. Leichte, sandige Böden profitieren hingegen von reichlicher Kompostgabe, um Wasser besser zu halten.
Die Pflanzung erfolgt idealerweise im Frühjahr, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind und der Boden sich bereits etwas erwärmt hat. So hat die Kiwi ausreichend Zeit, bis zum ersten Winter Wurzeln zu bilden. In milderen Regionen ist auch eine Herbstpflanzung möglich, dann sollten junge Pflanzen aber einen Winterschutz an der Basis erhalten. Achten Sie beim Einsetzen darauf, dass die Wurzeln locker im Pflanzloch verteilt werden und die Erde gut angedrückt wird, damit keine Hohlräume bleiben. Anschließend gründlich einschlämmen, sodass der Bodenschluss gesichert ist.
Für die Kübelkultur ist ‘Herma' nur bedingt geeignet, da Kiwi-Pflanzen generell tiefgründig wurzeln und einen größeren Wurzelraum bevorzugen. Wenn ein großer, stabiler Kübel mit mindestens 40 bis 50 Litern Volumen und regelmäßiger Pflege zur Verfügung steht, ist eine Versuchskultur möglich. Dabei ist auf besonders gleichmäßige Bewässerung, gute Drainage und ausreichend Nährstoffversorgung zu achten. Langfristig entwickeln sich Exemplare im Freiland jedoch meist gesünder und stabiler.
Pflege, Schnitt, Bewässerung und Winterhärte
Die Pflegefrequenz des Chinesischen Strahlengriffels ‘Herma' ist überschaubar, aber kontinuierlich. In den ersten Standjahren steht vor allem die Etablierung im Vordergrund. Das bedeutet: bei Trockenheit regelmäßig gießen, im Frühjahr moderat düngen und junge Ranken an die Rankhilfe anbinden. Später, wenn die Pflanze eingewachsen ist, sinkt der Bewässerungsbedarf, doch auf längere Trockenphasen reagiert sie mit reduziertem Wachstum und schwächerem Fruchtansatz. Eine gewisse Trockenheitsverträglichkeit ist vorhanden, dauerhaft trockene Böden sind jedoch nicht empfehlenswert.
Ideal ist ein Boden, der gleichmäßig feucht, aber nie nass ist. In heißen Sommern kann eine Mulchschicht aus Rindenhumus oder Laub im Wurzelbereich helfen, die Verdunstung zu verringern und die Bodenstruktur zu verbessern. Beim Düngen genügt oft eine Kompostgabe im Frühjahr, ergänzt durch einen organischen Beerendünger nach Bedarf. Übermäßige Stickstoffgaben sollten vermieden werden, da sie zwar das Blattwachstum anregen, aber die Fruchtausbildung und Winterhärte beeinträchtigen können.
Beim Schnitt orientiert man sich an der gewünschten Nutzung. Für eine reine Zierbegrünung genügt es, zu lange Triebe ein- bis zweimal im Jahr zurückzunehmen und die Pflanze in Form zu halten. Wer gezielt Früchte ernten möchte, sollte den Schnitt systematischer planen. Fruchttragende Kurztriebe sitzen in der Regel an älteren, verholzenden Partien. Ein sanfter Auslichtungsschnitt im Spätwinter, bei dem überalterte oder stark verfilzte Triebe entfernt werden, hilft, die Pflanze stabil und ertragssicher zu halten. Radikale Rückschnitte sind dagegen nur in Ausnahmefällen sinnvoll, etwa zur Verjüngung stark vernachlässigter Pflanzen.
Zur Winterhärte von ‘Herma' lassen sich ohne konkrete Messdaten nur vorsichtige Aussagen treffen. In vielen mitteleuropäischen Regionen gilt der Chinesische Strahlengriffel als ausreichend frosthart, um im Freiland kultiviert zu werden. Junge Pflanzen reagieren jedoch empfindlicher auf tiefe Minustemperaturen und sollten in den ersten Wintern an der Basis mit Laub oder Reisig geschützt werden. Spätfröste im Frühjahr können frisch ausgetriebene Knospen und Blüten schädigen, was zu Ernteausfällen führt. In gefährdeten Lagen empfiehlt es sich, die Pflanze etwas geschützter zu setzen oder bei angekündigten Frostnächten mit einem leichten Vlies abzudecken.
Krankheiten, Kombinationspflanzungen und sinnvolle Verwendung
Der Chinesische Strahlengriffel ‘Herma' zeigt sich im Hobbygarten meist robust und wenig anfällig für schwere Krankheiten. Gelegentlich können Blattflecken oder Pilzbefall auftreten, vor allem bei dauerhaft feuchter Witterung und sehr dichter Bepflanzung. In der Praxis lassen sich viele Probleme durch gute Kulturführung vermeiden: ausreichender Pflanzabstand, luftig geführte Triebe und Vermeidung von Staunässe sind hier die wichtigsten Punkte. Schädlinge wie Blattläuse können in Einzelfällen vorkommen, bleiben aber normalerweise im tolerierbaren Rahmen, wenn natürliche Nützlinge im Garten gefördert werden.
Für eine harmonische Gartengestaltung bietet ‘Herma' zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Entlang von Terrassen und Sitzplätzen lässt sie sich gut mit Stauden oder Ziergräsern im Vordergrund kombinieren, die den Fußbereich der Kletterpflanze optisch auflockern. Flachwurzelnde Bodendecker wie Waldsteinie oder kleine Storchschnabel-Arten sind als Partner empfehlenswert, weil sie den Boden beschatten, ohne der Kiwi zu viel Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe zu machen. In Nutzgärten passt die Pflanze hervorragend in gemischte Bereiche mit Beerensträuchern und Obstbäumen, solange ihre Klettertriebe getrennt geführt werden.
Als Schattenspender über Pergolen punktet ‘Herma' vor allem dort, wo im Sommer ein leichtes, natürliches Blätterdach gewünscht ist, das im Winter Licht durchlässt. Da sie laubabwerfend ist, bleibt die darunterliegende Fläche in der kalten Jahreszeit hell. Für sehr schmale Hecken oder bodendeckende Pflanzungen ist sie hingegen nicht geeignet, da sie eine Rankhilfe benötigt und eher in die Höhe als in die Breite ohne Stütze wächst.
Wer über mehrere Jahre mit der Pflanze arbeitet, kann ihre Entwicklung gezielt steuern: Zunächst gilt es, ein stabiles Gerüst aus Haupttrieben aufzubauen, die dauerhaft den Raum an der Rankhilfe definieren. Nach und nach werden daraus die fruchttragenden Seitentriebe abgeleitet. So entsteht eine strukturierte, gut pflegbare Kletterpflanze, die sich zuverlässig jedes Jahr begrünt und bei passenden Bedingungen Früchte liefert. Zusammenfassend ist der Chinesische Strahlengriffel ‘Herma' eine empfehlenswerte Wahl für alle, die eine robuste, attraktive Kletterpflanze mit zusätzlichem Ertragscharakter suchen und bereit sind, ihr einen geeigneten Standort sowie eine regelmäßige, aber überschaubare Pflege zu bieten.
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